Steroidhormonlevel im Haar bei Posttraumatischer Belastungsstörung: Untersuchung langfristiger endokriner Veränderungen im Querschnitt und Therapieverlauf

Projektleiter: Dr. Tobias Stalder, Dr. Susann Schmiedgen (geb. Steudte)

In den vergangenen Jahrzehnten konnten Veränderungen stressadaptiver Mechanismen, vermittelt über die Hypothalamus-Hypophysen Nebennierenrinden-Achse (HHNA) und deren Endprodukt Cortisol, mit der Pathophysiologie und Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) in Verbindung gebracht werden. Die bisherige Forschung auf diesem Gebiet lieferte allerdings häufig inkonsistente Befunde, was insbesondere auf methodische Limitationen in der Erfassung langfristiger Steroidkonzentrationen zurückzuführen sein könnte. Die Methode der Cortisolbestimmung im Haar liefert erstmals ein valides Maß der kumulativen Hormonausschüttung über Zeiträume von mehreren Monaten und bietet somit wichtige neue Perspektiven für die biopsychologische Erforschung der PTBS.


Ziel des vorgestellten Forschungsvorhabens ist die detaillierte Untersuchung langfristiger endokriner Korrelate der PTBS und deren Veränderungen im Therapieverlauf sowie der Möglichkeit der Prädiktion und Evaluation von Therapieerfolg anhand von biologischen Langzeitmarkern. Hierfür soll
die Haarcortisolbestimmung im Rahmen einer longitudinalen Therapiestudie mit eingeschachtelter Querschnittserhebung eingesetzt werden. Zu Studienbeginn soll ein Vergleich von PTBS Patienten mit (i) gesunden nicht-traumatisierten Kontrollpersonen sowie mit (ii) gesunden traumatisierten
Kontrollpersonen ohne PTBS erfolgen. Weiterhin sollen in einem Prä-Post-Kontrollgruppendesign mit drei Messzeitpunkten intraindividuelle Veränderungen kumulativer Haarsteroidlevel über den Verlauf einer kognitiven Verhaltenstherapie untersucht werden. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens können neue Erkenntnisse zu den biopsychologischen Grundlagen von Traumatisierung und chronischer PTBS liefern und somit eine wichtige Voraussetzung für die zukünftige Erforschung innovativer und personenbasierter Behandlungsansätze schaffen.

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.


Update: 20.02.2015 Layout: ecl-design.de   |   TYPO3 2009-2016